Drucken

Bruderhahnprojekt - Sinnvoll oder Irrsinn?

Bruderhahnprojekt - Sinnvoll oder Irrsinn?

Immer öfter besteht für Sie als Verbraucher die Möglichkeit, Eier in Supermärkten oder Dicountern zu erwerben, die aus einem sogenannten Bruderhahnpojekt entstammen. In fast 97 Prozent aller Betriebe, hierbei ist es völlig egal ob konventionell oder bio, werden lediglich die weiblichen Küken zur Eiererzeugung aufgezogen, die männlichen Küken werden direkt nach dem Schlupf aussortiert und durch verschiedene Verfahren getötet. Da diese Tierrassen  lediglich zur Eiererzeug von mehreren Großkonzernen "kreiert" wurden, ist eine Mast der männlichen Tiere wenig sinnvoll und wirtschaftlich.  Dies hat mehrere Gründe:

- Der erste Faktor ist die Futterverwertung - um ein einwandfrei ordentliches Freilandhähnchen zu produzieren benötigt man pro Kilogramm Lebendgewicht zwischen 3,2 und 4,0 Kilogramm Futter - das Tier hat eine frohwüchsige Genetik und ist auf Fleischansatz selektiert. Bei einem Bruderhahn liegt diese Futterverwertung je nach Rasse zwischen 6,8 und 9,0 Kilo Futter, um ein Kilo Fleisch zu produzieren. Dies ist eine enorme Ressourcenverschwendung. Im kleinen Maßstab betrachtet wäre das zu verschmerzen, würden jedoch alle männlichen Küken die pro Jahr schlüpfen aufgemästet, hätten wir aufs ganze gerechnet ein ernsthaftes Problem mit der Gertreideversorgung in Deutschland. 

- Die Haltungsdauer: Während ein Hähnchen, welches der Fleischerzeugung dient, in extensiver Freilandhaltung mit durchschnittlich 75 - 85 Tagen schlachtreif ist, braucht der Bruderhahn, bis er geschlachtet werden kann zwischen 91 und 110 Tage Zeit (Rasseabhängig). Die Erzeugung verbraucht somit viel mehr Futter, Wasser und auch Heizkosten für den Stall. 

- Die Fleischqualität: Während ein ordentliches Hähnchen ein ausgewogenes Fett- / Fleisch- und Knochenverhältnis besitzt, hat der so genannte Bruderhahn leider mehr Knochen als Fleisch.  Zumal ist durch eine Haltung von über 90 Tagen auch schon eine gewissen "Festigkeit" des Fleisches gegeben, welches bei der Zubereitung berücksichtigt werden muss. 

Nach unserem Dafürhalten ist das alles Augenwischerei, und macht die Geflügelhalter nur weiterhin abhängig von diesen großen "Firmen" die Ihre Rassen auf der ganzen Welt gewinnbringend vermarkten wollen, wobei es durchaus Alternative gäbe. Der wichtigste Schritt hierzu wäre, als erstes das weisse Ei, salonfähig zu machen.... Hierzu aber im nächsten Beitrag mehr.